Von Trocken- auf Nassfutter umstellen
Von Simone Einfeldt und Thomas Nocker · Veröffentlicht 27. September 2026
Das Wichtigste in Kürze
Die Umstellung von Trockenfutter auf Nassfutter gelingt am besten schrittweise über 7–10 Tage. Beginne mit einem kleinen Anteil Nassfutter zur gewohnten Trockenration und erhöhe den Nassanteil täglich, während du das Trockenfutter reduzierst. Füttere beide Sorten getrennt – nicht gemischt –, da sie unterschiedlich verdaut werden. Dein Hund wird mehr trinken müssen, wenn er vorher nur Trockenfutter bekommen hat, und seine Kotmenge wird sich verringern, weil Nassfutter deutlich besser verwertet wird.
Warum überhaupt von Trockenfutter auf Nassfutter wechseln?
Viele Hundehalter füttern Trockenfutter aus Gewohnheit oder Bequemlichkeit. Das ist verständlich – es lässt sich leicht lagern, riecht kaum und ist schnell portioniert. Trotzdem gibt es gute Gründe, auf Nassfutter umzustellen.
Nassfutter hat einen deutlich höheren Fleischanteil und kommt der natürlichen Ernährung eines Hundes näher. Es enthält mehr Feuchtigkeit, was die Nieren entlastet und die Flüssigkeitsaufnahme erleichtert – besonders bei Hunden, die wenig trinken. Die meisten Nassfutter kommen mit weniger Zusätzen aus, weil sie nicht gepresst oder gebacken werden müssen. Und sie sind oft besser verdaulich, weil sie auf Füllstoffe wie große Getreidemengen verzichten.
Wenn du merkst, dass dein Hund ständig Durst hat, häufig kratzt, stumpfes Fell zeigt oder immer große Kothaufen absetzt, kann eine Futterumstellung einen spürbaren Unterschied machen.
So stellst du Schritt für Schritt um
Die Umstellung funktioniert am besten schrittweise. Ein abrupter Wechsel kann zu Verdauungsproblemen führen – nicht, weil Nassfutter problematisch wäre, sondern weil sich die Darmflora an jede neue Nahrung anpassen muss.
Die 7–10-Tage-Methode
| Tag | Trockenfutter | Nassfutter |
|---|---|---|
| 1–2 | 80 % | 20 % |
| 3–4 | 60 % | 40 % |
| 5–6 | 40 % | 60 % |
| 7–8 | 20 % | 80 % |
| 9–10 | 0 % | 100 % |
Du startest mit einem kleinen Anteil Nassfutter – etwa einem Fünftel der Tagesration – und erhöhst ihn täglich. Gleichzeitig reduzierst du das Trockenfutter entsprechend. Achte darauf, dass du beide Sorten in getrennten Mahlzeiten fütterst, nicht zusammen in einem Napf.
Wenn dein Hund einen empfindlichen Magen hat oder noch nie Nassfutter bekommen hat, streckst du die Umstellung einfach auf 14 Tage oder passt die Schritte kleiner an. Es gibt keinen Grund zur Eile.
Beide Sorten getrennt füttern
Trockenfutter quillt im Magen auf und braucht mehrere Stunden, bis es verdaut ist. Nassfutter wird deutlich schneller verarbeitet. Wenn du beides zusammen fütterst, kann das zu Unwohlsein oder Blähungen führen.
Während der Umstellung kannst du morgens die eine Sorte und abends die andere geben. Sobald du vollständig auf Nassfutter umgestellt hast, fütterst du zwei Mahlzeiten Nassfutter am Tag – so, wie du es auch mit erwachsenen Hunden bei jeder anderen Futterart machst.
Was sich nach der Umstellung ändert
Weniger Kot – und das ist gut so
Einer der auffälligsten Unterschiede: Dein Hund wird deutlich kleinere Haufen absetzen. Das verunsichert manche Halter, ist aber ein Zeichen dafür, dass mehr vom Futter im Körper ankommt. Gutes Nassfutter hat kaum unverdauliche Füllstoffe, dein Hund verwertet es besser. Die Kotmenge kann sich halbieren, der Kot wird fester und dunkler.
Weniger Durst
Trockenfutter enthält etwa 10 % Feuchtigkeit, Nassfutter 70–80 %. Dein Hund muss also viel weniger trinken, um seinen Flüssigkeitsbedarf zu decken. Dass er nach der Umstellung seltener am Napf steht, ist also völlig normal. Achte trotzdem darauf, dass immer frisches Wasser bereitsteht.
Andere Futtermenge
Du brauchst mengenmäßig deutlich mehr Nassfutter als Trockenfutter, weil der Wasseranteil so hoch ist. Etwa das Drei- bis Vierfache der bisherigen Trockenfuttermenge ist üblich – aber das ist nur ein Anhaltspunkt. Die genaue Menge hängt vom Futter, vom Hund und seiner Aktivität ab.
Orientiere dich an der Fütterungsempfehlung auf der Dose und beobachte deinen Hund über einige Wochen. Wenn er zunimmt, reduzierst du die Portion leicht. Wenn er abnimmt, gibst du etwas mehr. Der Körperzustand ist das Maß der Dinge, nicht die Gramm-Angabe.
Was tun, wenn dein Hund das Nassfutter verweigert?
Manche Hunde, besonders die, die jahrelang nur Trockenfutter bekommen haben, sind anfangs skeptisch. Ihnen fehlt die Knusprigkeit oder der konzentrierte Geschmack, an den sie gewöhnt sind.
Füttere das Nassfutter zimmerwarm. Direkt aus dem Kühlschrank riecht es kaum, und viele Hunde ignorieren es dann. Lass es eine halbe Stunde stehen oder erwärme es kurz im Wasserbad.
Wähle eine hochwertige, fleischige Sorte. Minderwertiges Nassfutter mit viel Getreide oder Soße schmeckt vielen Hunden nicht – und das aus gutem Grund.
Gib ihm Zeit. Biete das Futter an und nimm es nach 15–20 Minuten wieder weg, wenn er nicht frisst. Bei der nächsten Mahlzeit versuchst du es erneut. Die meisten Hunde brauchen ein paar Anläufe, bis sie sich an die neue Konsistenz gewöhnen. Gesunde Hunde verhungern nicht vor einem vollen Napf.
Worauf du bei der Auswahl des Nassfutters achten solltest
Nicht jedes Nassfutter ist eine Verbesserung gegenüber Trockenfutter. Auch hier gibt es große Qualitätsunterschiede.
- Fleisch sollte an erster Stelle stehen, und zwar als benannte Tierart, nicht als „Fleisch und tierische Nebenerzeugnisse".
- Kurze Zutatenliste: Je weniger Zutaten, desto übersichtlicher. Alles, was dein Hund nicht braucht, kann er auch nicht vertragen.
- Keine Zuckerzusätze, keine Aromastoffe, keine Farb- oder Konservierungsstoffe.
- Offene Deklaration: Gute Hersteller sagen dir genau, was im Futter ist – nicht nur in Kategorien, sondern konkret.
Kann ich dauerhaft beide Sorten füttern?
Ja, das geht – aber nur, wenn du sie in getrennten Mahlzeiten gibst. Manche Hundehalter füttern morgens Trockenfutter und abends Nassfutter oder umgekehrt. Das kann funktionieren, wenn dein Hund es verträgt.
Aus unserer Sicht ist es aber einfacher und für die meisten Hunde besser, sich für eine Futterart zu entscheiden. Du hast dann weniger Variablen, falls doch einmal etwas nicht stimmt, und dein Hund bekommt eine einheitliche Nährstoffversorgung.
Unsere Erfahrung mit der Umstellung
Wir erleben regelmäßig, dass Hunde nach der Umstellung auf hochwertiges Nassfutter entspannter wirken, besseres Fell bekommen und insgesamt vitaler sind. Oft verschwinden kleinere Beschwerden wie Juckreiz oder weicher Kot von selbst, ohne dass der Halter etwas anderes geändert hat.
Für uns gehört Reico zu den Naturfuttern, die wir guten Gewissens empfehlen können. Das Familienunternehmen aus dem Allgäu deklariert seine Zutaten offen, die Nassfutter haben einen hohen Fleischanteil, und du bekommst sie nicht im Handel, sondern über persönliche Beratung. Wenn du dir unsicher bist, welches Futter für deinen Hund das richtige ist oder wie du die Umstellung am besten angehst, kannst du dich bei uns kostenlos beraten lassen – wir schauen uns die Situation deines Hundes an und finden gemeinsam eine Lösung, die zu euch passt.
Häufige Fragen
- Wie lange dauert die Umstellung von Trockenfutter auf Nassfutter?
- Eine schonende Umstellung dauert etwa 7–10 Tage. Du beginnst mit einem kleinen Anteil Nassfutter (etwa 20 %) und erhöhst ihn täglich schrittweise, während du das Trockenfutter gleichzeitig reduzierst. Manche Hunde vertragen die Umstellung auch schneller, besonders wenn sie bereits gelegentlich Nassfutter bekommen haben. Bei empfindlichen Hunden kannst du die Umstellung auf bis zu 14 Tage strecken.
- Kann ich Nass- und Trockenfutter in einer Mahlzeit mischen?
- Besser nicht. Trockenfutter und Nassfutter haben unterschiedliche Verdauungszeiten – Trockenfutter quillt im Magen auf und braucht länger, Nassfutter wird schneller verdaut. Wenn du beide Sorten füttern möchtest, gib sie in getrennten Mahlzeiten. Während der Umstellung kannst du morgens die eine und abends die andere Sorte füttern, bis du vollständig gewechselt hast.
- Warum kotet mein Hund nach der Umstellung weniger?
- Das ist völlig normal und sogar ein gutes Zeichen. Nassfutter hat einen deutlich höheren Fleischanteil und weniger Füllstoffe als die meisten Trockenfutter. Dein Hund verwertet es besser, es bleibt weniger unverdaulicher Rest. Die Kotmenge kann sich halbieren, und der Kot wird meist fester und dunkler. Solange dein Hund normal frisst, trinkt und sich verhält, ist die geringere Kotmenge kein Grund zur Sorge.
- Muss ich die Futtermenge anpassen, wenn ich auf Nassfutter umstelle?
- Ja, unbedingt. Nassfutter enthält etwa 70–80 % Feuchtigkeit, Trockenfutter nur 8–10 %. Du brauchst also mengenmäßig deutlich mehr Nassfutter für dieselbe Kalorienzahl – etwa das Drei- bis Vierfache. Orientiere dich an der Fütterungsempfehlung auf der Dose und am Körperzustand deines Hundes. Bei der Umstellung beobachte sein Gewicht über einige Wochen und passe die Menge an, bis du die richtige Tagesportion gefunden hast.
- Was mache ich, wenn mein Hund das Nassfutter nicht annimmt?
- Manchen Hunden fehlt am Anfang die Knusprigkeit oder der intensive Geschmack von Trockenfutter. Füttere das Nassfutter zimmerwarm – direkt aus dem Kühlschrank riecht es weniger und ist für viele Hunde unattraktiv. Beginne mit einer besonders fleischigen, hochwertigen Sorte. Manche Hunde brauchen ein paar Anläufe, bis sie sich an Konsistenz und Geruch gewöhnt haben. Biete das Futter an, und wenn er es nach 15–20 Minuten nicht gefressen hat, nimm es weg und versuche es bei der nächsten Mahlzeit erneut.
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