Futtermenge für deinen Hund berechnen
Von Simone Einfeldt und Thomas Nocker · Veröffentlicht 09. September 2026
Das Wichtigste in Kürze
Die Futtermenge ergibt sich aus zwei Werten: dem Energiebedarf deines Hundes und dem Energiegehalt seines Futters. Der Bedarf berechnet sich mit 0,52 Megajoule mal Körpergewicht hoch 0,75, angepasst an Aktivität und Lebensphase. Der Rechner unten macht beides in einem Schritt — und zeigt dir den Rechenweg.
Gerechnet wird mit 100 kcal / 100 g (typisch 80–120 kcal / 100 g). Den genauen Wert deines Futters findest du auf der Verpackung.
Ergebnis
rund 947 g pro Tag
Energiebedarf: 947 kcal pro Tag
Rechenweg anzeigen
- Erhaltungsbedarf: 0,52 MJ × 15,00,75 = 3,96 MJ
- In Kilokalorien: 3,96 × 239 = 947 kcal
- Mit Faktor 1,00 für normal aktiv (1–2 stunden bewegung am tag): 947 kcal
- Futtermenge: 947 ÷ 100 × 100 = 947 g
Wichtig: Das Ergebnis ist ein Startwert, keine feste Vorgabe. Beobachte deinen Hund über zwei bis drei Wochen und passe die Menge an, wenn er zu- oder abnimmt. Für Welpen, tragende und säugende Hündinnen gelten deutlich höhere Werte — die lassen sich mit dieser Formel nicht abbilden.
Warum die Angabe auf der Verpackung oft nicht passt
Fütterungstabellen auf Futterverpackungen richten sich nach dem Gewicht — mehr Informationen haben sie nicht. Sie können nicht wissen, ob dein Hund den halben Tag schläft oder täglich zwei Stunden rennt, ob er kastriert ist oder ob er ohnehin schon zu viel wiegt. Deshalb sind die Spannen dort so breit.
Ein zweiter Punkt, der in der Praxis noch häufiger schiefgeht: Das Gewicht, mit dem du rechnest, sollte das Idealgewicht deines Hundes sein, nicht sein aktuelles. Wer einen übergewichtigen Hund nach seinem Ist-Gewicht füttert, hält das Übergewicht.
Die Formel im Detail
Grundlage ist der Energieerhaltungsbedarf nach Meyer und Zentek, der in der Tierernährung als Standard gilt:
Erhaltungsbedarf = 0,52 MJ × (Körpergewicht in kg)0,75
Ein Megajoule entspricht rund 239 Kilokalorien. Für einen 20 kg schweren Hund ergibt das: 0,52 × 200,75 = 4,91 MJ, also etwa 1.174 kcal pro Tag im Erhaltungsbedarf.
Dieser Wert wird anschließend mit einem Faktor für Aktivität und Lebensphase multipliziert. Bei Senioren rechnet man häufig mit 0,45 MJ statt 0,52 MJ, was etwa 87 Prozent entspricht.
Von Kilokalorien zu Gramm
Futtermenge in g = (Energiebedarf in kcal ÷ kcal je 100 g) × 100
Hier liegt der Grund, warum Nass- und Trockenfutter so unterschiedlich dosiert werden: Nassfutter enthält etwa 100 kcal je 100 Gramm, Trockenfutter rund 360. Für dieselbe Energiemenge braucht dein Hund also gut die dreifache Menge Nassfutter — was nichts über die Qualität aussagt, sondern nur über den Wasseranteil. Mehr dazu unter Nassfutter oder Trockenfutter.
Was der Rechner nicht kann
- Welpen und Junghunde: deutlich höherer Bedarf, der sich mit dem Alter ändert.
- Tragende und säugende Hündinnen: der Bedarf kann sich vervielfachen.
- Erkrankte Hunde: Bei Nieren-, Leber- oder Pankreaserkrankungen gehört die Rationsberechnung in fachliche Hände.
- Individuelle Unterschiede: Zwei gleich schwere Hunde können sich im tatsächlichen Bedarf um 20 Prozent unterscheiden. Deshalb: rechnen, füttern, beobachten, anpassen.
So kontrollierst du, ob die Menge stimmt
Nicht auf der Waage allein, sondern mit den Händen. Du solltest die Rippen deines Hundes bei leichtem Druck fühlen können, ohne sie zu sehen. Von oben betrachtet sollte er eine erkennbare Taille haben, von der Seite eine ansteigende Bauchlinie. Wiege alle zwei bis vier Wochen und passe die Menge um jeweils etwa zehn Prozent an, wenn sich das Gewicht in die falsche Richtung entwickelt.
Häufige Fragen
- Wie berechnet man die Futtermenge für einen Hund?
- In zwei Schritten. Zuerst der Energiebedarf: 0,52 Megajoule multipliziert mit dem Körpergewicht hoch 0,75, angepasst an Aktivität und Lebensphase. Dann die Menge: Energiebedarf in Kilokalorien geteilt durch den Energiegehalt des Futters je 100 Gramm, mal 100.
- Warum wird das Gewicht hoch 0,75 gerechnet?
- Weil der Energiebedarf nicht linear mit dem Gewicht steigt. Ein 40-Kilo-Hund braucht nicht doppelt so viel wie ein 20-Kilo-Hund, sondern etwa das 1,7-Fache. Der Exponent 0,75 bildet diese sogenannte metabolische Körpermasse ab.
- Wie viel Futter braucht ein 20 kg schwerer Hund?
- Ein normal aktiver Hund mit 20 kg hat einen Erhaltungsbedarf von etwa 4,9 MJ oder rund 1.170 kcal pro Tag. Bei einem Nassfutter mit 100 kcal je 100 Gramm entspricht das ungefähr 1.170 Gramm täglich, bei einem Trockenfutter mit 360 kcal je 100 Gramm rund 325 Gramm.
- Muss ich Leckerlis mitrechnen?
- Ja, unbedingt. Leckerlis und Kauartikel sollten höchstens etwa zehn Prozent der Tagesration ausmachen und werden von der Futtermenge abgezogen. Das ist der häufigste Grund, warum Hunde trotz korrekt berechneter Menge zunehmen.
- Gilt der Rechner auch für Welpen?
- Nein. Welpen haben je nach Alter einen deutlich höheren Bedarf, der sich mit dieser Formel nicht abbilden lässt. Gerade bei großen Rassen ist die Energie- und Calciumversorgung heikel — dort führt zu viel genauso zu Schäden wie zu wenig.
- Woher weiß ich den Energiegehalt meines Futters?
- Er steht meist auf der Verpackung, angegeben als „umsetzbare Energie“ in kcal oder kJ je 100 Gramm. Fehlt die Angabe, kannst du beim Hersteller nachfragen — seriöse Anbieter geben sie heraus.
Die Rechnung stimmt, aber es passt trotzdem nicht?
Dann liegt es selten an der Menge allein. In der kostenlosen Beratung schauen wir uns an, was sonst noch im Napf landet — und ob das Futter überhaupt zu deinem Hund passt.
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